Hepatitis E
29. Juli 2026
In der Studie wurde retrospektiv der klinische Verlauf aller auf Grund einer akuten HEV-Infektion in der MHH hospitalisierten Patienten im Zeitraum von 2014 bis 2024 ausgewertet. Anschließend wurden 249 Serumproben von 184 Patienten mit Leberzirrhose während einzelner Episoden einer auf Anti-HEV-IgM und HEV-RNA untersucht. Es wurde eine Kohorte von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose etabliert und hier die Anti-HEV-IgG-Seroprävalenz (n = 332) bestimmt.
Im vergangenen Jahrzehnt wurden 32 Patienten mit Leberzirrhose identifiziert, die aufgrund einer akuten HEV-Infektion hospitalisiert wurden. Unter diesen entwickelten 16 (50 %) ein akutes Leberversagen (ACLF), was zu fünf Todesfällen (31,3 %) und drei Fällen (18,8 %) führte, in denen eine Lebertransplantation zum Überleben notwendig war.
Von 249 während einer akuten Leberdekompensation entnommenen Serumproben waren 11 (4,4 %) entweder HEV-RNA-positiv (n = 2) und/oder anti-HEV-IgM-positiv (n = 10), wodurch ein Zusammenhang zwischen HEV-Infektion und diesen akuten Dekompensationen hergestellt wurde. Das Screening von Patientinnen und Patienten mit Leberzirrhose auf anti-HEV-IgG zeigte, dass 67,2 % (223/332) anti-HEV-negativ waren und somit potenziell für zukünftige HEV-Infektionen gefährdet sind.




