Ausgabe 1 - Juni 2009

Ausgabe 1 - Juni 2009

Editorial

EASL – GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT? » FORSCHEN IN DER PRAXIS? » SCHWERPUNKT HCC »weiter 

KONGRESS


44th EASL in Kopenhagen

Die Tagung der EASL ist zum wichtigsten Hepatologie-Kongress geworden und zwar nicht nur weil es zahlenmäßig der größte Leberkongress ist, sondern auch im Hinblick auf die Bedeutung der Studien, die hier vorgestellt werden. Besonders viele neue Daten gab es zum Thema Hepatitis. weiter 

FORUM


Expertenrat zur Hepatitis C

Fragen und Antworten aus dem Praxisalltag zur Hepatitis C:
Prof. Thomas Berg, Prof. Jürgen Rockstroh, Prof. Daniel Fierer weiter 

FORTBILDUNG

Jörg Petersen, Hamburg:
Klinische Forschung außerhalb der Medizinischen Hochschulen

Das traditionelle Leitbild der Hochschulmedizin, nämlich die Einheit von Forschung, Lehre und Krankenversorgung in einer Person verliert angesichts steigender Anforderungen zunehmend an Tragfähigkeit.1 Aus diesem Grund hat der Wissenschaftsrat bereits im Jahre 2004 empfohlen, dem wissenschaftlichen Nachwuchs flexiblere Ausbildungsstrukturen mit individuellen Schwerpunkten anzubieten, z.B. einen eher klinisch-orientierten Karriereweg oder die Konzentration auf einen forschungsorientierten Aufgabenbereich. Eine Beteiligung außeruniversitärer Einrichtungen wurde in diesem Zusammenhang ausdrücklich empfohlen.weiter

Andreas Erhardt, Düsseldorf:
Prävention und Screening des Virus- bedingten hepatozellulären Karzinoms

Die prophylaktische Impfung und eine erfolgreiche antivirale Therapie sind die besten Maßnahmen zur Vermeidung eines hepatozellulären Karzinoms. Für Patienten mit bereits chronifizierter Virushepatitis kann ein risikoadaptiertes HCC-Screening die Lebenserwartung günstig beeinflussen. Eine Erhaltungstherapie mit niedrig-dosiertem pegyliertem Interferon vermag die Inzidenz des HCC bei Patienten mit Leberzirrhose nicht zu senken. weiter 

Doris Schacherer, Klaus Schlottmann:
Diagnostik und Staging des HCC

Bei Patienten mit erhöhtem HCC-Risiko sind regelmäßige Screeninguntersuchungen mittels Sonographie und AFP indiziert. Über 3 cm große HCC  können sonographisch gut dargestellt werden. Bei kleineren Raumforderungen kann die Kontrastmittelsonographie weiterhelfen. Bei entsprechendem Verdacht sind CT und MRT mit Kontrastmittel die bildgebenden Verfahren der Wahl.weiter 

Philippe L. Pereira, Heilbronn:
Interventionelle Radiologie bei HCC

Die Prognose des hepatozellulären Karzinoms (HCC) bei Leberzirrhose ist insgesamt begrenzt und hängt von dem Tumorstadium ab. Die Lebertransplantation, die chirurgische Resektion und die thermoablativen Verfahren sind kurative Therapien bei Patienten im Frühstadium der Erkrankung. Selektierte Patienten mit fortgeschrittenem HCC profitieren von Behandlungen mit transarterieller Chemoembolisation.weiter 

Katrin Hoffmann, Markus W. Büchler, Peter Schemmer, Heidelberg:
Chirurgische Behandlungsstrategien des hepatozellulären Karzinoms (HCC)

Leberresektion und Lebertransplantation sind nach wie vor die einzigen kurativen Therapiemöglichkeiten beim HCC. Für Patienten ohne Leberzirrhose oder Child A-Patienten mit einem HCC im Frühstadium ist die Leberresektion die Methode der Wahl. Die Lebertransplantation gilt als beste Therapieoption bei Leberzirrhose im Stadium Child B oder C, sofern der Tumor die Milan-Kriterien erfüllt.weiter 

Arndt Weinmann, Marcus A. Wörns, Peter R. Galle, Mainz:
Sorafenib bei fortgeschrittenem HCC

Mit Sorafenib steht erstmals eine systemische Therapie des fortgeschrittenen HCC mit nachgewiesener Verlängerung des Überlebens zur Verfügung. Durch die orale Therapie können die Patienten die Therapie ohne häufige ambulante oder stationäre Termine durchführen. Die Nebenwirkungen sind in der Mehrzahl leichtgradig und durch Dosismodifikationen, Therapiepausen oder symptomatische Behandlung zu managen.weiter 

Ulrich M. Lauer, Michael Bitzer, Tübingen:
Medikamentöse Therapie des HCC Blick in die Zukunft

Es gibt zahlreiche Optionen für die medikamentöse Therapie des HCC in der Zukunft. Diese umfassen nicht nur die Identifizierung weiterer Substanzen, sondern auch die gezielte Entwicklung von Kombinationstherapien zur Überwindung primärer und sekundärer Sorafenib-Resistenzen. Zusätzlich bietet eine Prüfung neuartiger experimenteller Therapieverfahren, die über die bisherige Wirkstoff-basierte Forschung hinausgehen, attraktive Ansätze zur Überwindung von Resistenzphänomenen, die den Therapieerfolg bisher limitieren.weiter 

Daniel Stein und Hans-Peter Meinzer, Heidelberg:
Chirurgische Therapie des HCC Möglichkeiten der Zukunft

In der Abteilung Medizinische und Biologische Informatik (MBI) des Deutschen Krebsforschungszentrums wurde in Kooperation mit der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg ein Operationsplanungssystem für die Viszeralchirurgie entwickelt. Das neue System zielt dabei primär auf die Resektionsplanung von Leber- und Pankreastumoren ab sowie auf die Schnittplanung einer Leber-Lebendspende. Das Deutsche Krebsforschungszentrum ist an weiteren Kooperationen zur Evaluation des Systems interessiert und würde sich über eine Kontaktaufnahme freuen.weiter 

MITTEILUNGEN

Deutsche Leberhilfe e.V.
Bericht zum Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai 2009

Am 19. Mai wurde zum zweiten Mal auf allen Kontinenten der Welt-Hepatitis-Tag begangen. Das Motto lautete wie im Vorjahr „Bin ich die Nummer 12?“ Weltweit leidet einer von zwölf Menschen an einer chronischen Hepatitis B oder C. In Deutschland sind bis zu eine Million Menschen betroffen. Die wenigsten ahnen von ihrer Erkrankung, da eine kranke Leber oft keine Schmerzsignale aussendet.weiter

bng – Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.
Gastroenterologen wählen neuen Vorstand des Berufsverbandes
Kräfte bündeln, Zukunft sichern

Der bng hat sich in den letzten 8 Jahren eindeutig als „der“ Berufsverband der Gastroenterologen positioniert. Am 31.01.2009 hat eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit einen neuen Vorstand gewählt.weiter

Kompetenznetz Hepatitis: Akute Hepatitis C
HCV-III-Studie: Sofortige versus verzögerte Therapie

Die „Akute HCV-III-Studie“, die im Study House des Kompetenznetz Hepatitis initiiert wur- de, ist die bislang größte prospektive, randomisierte Studie zur akuten Hepatitis C in Euro- pa. Die Ergebnisse der Zwischenanalyse wurden erstmals Ende April im Rahmen der Jahresta gung der EASL (European Association for the Study of the Liver) in Kopenhagen vorgestellt.weiter 

Gemeinsame Kampagne der Deutschen Leberstiftung, Deutschen Leberhilfe und Bristol-Myers Squibb
Hepatitis B? Am besten testen!

In Deutschland sind ca. 400.000 – 500.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert, nur 25% aller chronisch Infizierten sind diagnostiziert, nur 9% werden behandelt. Deshalb möchten die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e. V. und das Unternehmen Bristol-Myers Squibb die Öffentlichkeit auf die nur wenig bekannte Krankheit aufmerksam machen. weiter

MELDUNGEN

Weltgesundheitsversammlung muss Entscheidung über Virale Hepatitis aufschieben » Neue Studiengruppe Akutes Leberversagen » Jörg Trojan erhält Stiftungsprofessur » Thomas Bock geht ans Robert Koch-Institut » Leberzentrum Hamburg am IFI-Institut » Heiner Wedemeyer neuer EASL-Generalsekretär » Auszeichnung für vernetzte Forschungweiter 

Nachrichten

  • Leberschädigende Medikamente erkennen

    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • Gilead kauft Pharmasset

    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir bei HIV/HCV-Koinfektion

    25. Oktober 2011: Die Tripletherapie mit dem HCV-Proteasehemmer Boceprevir ist auch bei HIV/HCV-Koinfektion hochwirksam. Bei 70% der Patienten war HCV zu Woche 24 nicht mehr nachweisbar.weiter

  • Telaprevir und Raltegravir: Keine Interaktion

    21. September 2011: Die Kombination des HCV-Proteasehemmers mit dem Integrasehemmer Raltegravir hat keine klinisch relevanten Wechselwirkungen.weiter

  • Hohe SVR mit BMS-790052

    21. September 2011: In einer Phase-2-Studie erreichten bis zu 83% der Patienten nach einer Tripletherapie mit dem neuen NS5A-Inhibitor eine SVR.weiter

  • Telaprevir (Incivo®) zugelassen

    20. September 2011: Der HCV-Proteasehemmer wurde von der Europäischen Behörde für Arzneimittel (EMA) zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C Genotyp 1 in Kombination mit pegyliertem Interferon und Ribavirin zugelassen ...weiter

  • Telaprevir erhält Zulassungsempfehlung

    22. Juli 2011: Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat vom Ausschuss ein positives Votum für die Zulassung des HVC-Proteasehemmers Telaprevir erhalten.weiter

  • HCV-Proteasehemmer Boceprevir in Europa zugelassen

    18. Juli 2011: Die European Medicine Agency (EMA) hat den HCV-Proteasehemmer Boceprevir zur Behandlung der chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) vom Genotyp 1 zugelassen.weiter

  • Abbott plant neue Formulierungen

    18. Juli 2011: Das Unternehmen Abbott entwickelt eine neue Fixkombination von Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®) mit Lamivudin sowie eine Pulverform von Ritonavir (Norvir®).weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA zugelassen

    24. Mai 2011: Die beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir (VictrelisR) und Telaprevir (IncevekR) wurden zugelassen in Kombination mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA für die Zulassung empfohlen

    29. April 2011: Das Advisory Board für antivirale Medikamente der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat jeweils einstimmig die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir für therapienaive und vorbehandelte Patienten mit chronischer Hepatitis C empfohlen. Über die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer wird die FDA am 23. Mai entscheiden.weiter

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