Ausgabe 1 - Juni 2009: Editorial

Liebe Leserin,
lieber Leser,

EASL – GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT?

Die EASL-Jahrestagung kann sich mit dem „Liver Meeting“ der AASLD nicht nur messen, sondern scheint diesen Kongress auch zu „überholen“ und zwar sowohl an Bedeutung als auch an Besucherzahlen. Hintergrund ist hier sicherlich u.a. die Qualität der euro- päischen Forschung, auf die man stolz sein kann. Auch in Kopenhagen war die Zahl der wegweisenden und interessanten Arbeiten erneut so hoch, dass man selbst auf vier Druckseiten nicht alle wichtigen Arbeiten berücksichtigen kann. Auf der Homepage der EASL kann man weiterlesen bzw. sich 34 Präsentationen ansehen und die Slides down- loaden - allerdings nur wenn man Mitglied ist. Hier unterscheidet sich die EASL leider nicht von der amerikanischen „Schwestergesellschaft“ AASLD. In Zeiten des freien Wis- senstransfers per Internet könnte die EASL hier mit einem guten Beispiel vorangehen und zumindest (!) die Abstracts frei zugänglich ins Netz stellen. Das würde einer inter- nationalen Gesellschaft, die über den Status eines intimen Forscherkreises längst hinausgewachsen ist, gut stehen, und nicht zuletzt auch den Ärzten und Wissenschaft- lern in den ärmeren Ländern dieser Erde zugute kommen.

FORSCHEN IN DER PRAXIS?

Bislang galt die Universitätsklinik als das Mekka der klinischen Forschung. Doch in einigen Bereichen wie der Hepatitis- und HIV-Infektion haben sich an hochspezialisierten Schwer- punkt-Praxen, deren Patientenzahlen oft höher als die von Universitätsambulanzen sind, privat organisierte Forschungseinheiten gebildet. Die Forschung an diesen außeruniver- sitären Einrichtungen wird ebenso wie an der Universität häufig über Public- Private-Partnerships finanziert, sprich von der Pharmaindustrie. Forschungsunterstützung von der öffentlichen Hand war bislang den Universitäten vorbehalten. Für das neue, gemeinsame Programm „Klinische Studien“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) können jetzt alle Ärzte und Wissenschaftler mit Promotion, die an klinischen Einrichtungen in Deutschland beschäftigt sind, Anträge stellen. Ein erfreulicher Schritt in die richtige Richtung.

SCHWERPUNKT HCC

Das HCC gehört mit einer jährlichen Inzidenz von rund 1% bei Leberzirrhose zu den seltenen Komplikationen der Hepatitis. Dennoch ist das HCC für jeden Hepatologen bzw. hepatologisch interessierten Arzt so wichtig, dass diesem Thema ein ganzes Heft gewidmet hat. Der Bogen spannt sich von der Epidemiologie über die aktuellen Therapieoptionen bis hin zu den medikamentösen und chirurgischen Mög- lichkeiten in der Zukunft.

Dr. Ramona Pauli-Volkert

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