Schwangerschaft
Weiterführende Information
Eine generelle Therapie-Empfehlung kann aufgrund der ungenügenden Datenlage nicht ausgesprochen werden. (PEG)-Interferon ist aufgrund der Teratogenität kontraindiziert. Eine Schwangerschaft stellt zumindest im ersten Trimester eine Kontrainidikation für alle verfügbaren Medikamente dar. Nukleos(t)id-Analoga können nach Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Bei bereits therapierten Frauen, die schwanger werden, ist das Risiko eines „Flares“ nach Absetzen der Medikamente insbesondere bei vorliegender Leberfibrose gegenüber dem Risiko der Medikamente abzuwägen. Eine bestehende Therapie mit Lamivudin oder Tenofovir kann fortgesetzt werden. Entecavir oder Adefovir sollten dagegen auf Lamivudin oder Tenofovir umgestellt werden. Zu Tenofovir liegen gute Erfahrungen aus dem HIV-Schwangerschaftsregister vor.
Einen Therapie-Neustart in der Schwangerschaft macht man abhängig von der Höhe der Virämie und der Transaminasen. In den neuen Leitlinien heisst es dazu: Frauen mit hoher Viruslast sollten behandelt werden. Es existieren bislang nur wenige Daten, zu der Frage ob die Gabe von Lamivudin während der Schwangerschaft bei hoher Virämie der Mutter die HBV-Transmission auf das Kind weiter reduzieren kann. Zu Adevofir, Entcavir und Telbivudin existieren noch weniger Erfahrungen.
Neugeborene können durch kombinierte aktive-passive Immunisierung weitgehend (in 90% der Fälle) vor der Infektion geschützt werden.


