Verlauf

Akute Hepatitis C

Der Verlauf ist in dem meisten Fällen (85%) asymptomatisch und nur in 15% der Fälle symptomatisch mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Übelkeit, rechtsseitige Oberbauchschmerzen, Ikterus). Die asymptomatische HCV-Infektion wird häufig chronisch. Symptomatische, ikterische HCV-Infektionen können in 50% der Fälle spontan ausheilen. Faktoren, die in der Mehrzahl der Studien mit einer erhöhten Spontanausheilung assoziiert waren, sind weibliches Geschlecht und jüngeres Alter.

Chronische Hepatitis C

Etwa 75% aller HCV-Infektionen bei Erwachsenen verlaufen chronisch. 20% der Patienten mit chronischer Hepatitis C entwickeln innerhalb von 20 Jahren eine Leberzirrhose. Bei Leberzirrhose kann es zur Dekompensation (4% pro Jahr) sowie zur Entwicklung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) (bis zu 4% pro Jahr) kommen. Bei HIV/HCV-Koninfektion schreitet die Erkrankung rascher voran als bei HCV-Monoinfektion.

Prognoseparameter

Virusparameter wie der HCV-Genotyp und die Höhe der Hepatitis-C-Virämie scheinen keinen wesentlichen Einfluss auf den natürlichen Verlauf der chronischen Hepatitis C zu haben. Folgende Wirtsfaktoren sind mit einem ungünstigen natürlichen Verlauf, d.h. rascher Fibroseprogression/Zirrhose-Entwicklung assoziiert:

  • Alter des Patienten (auch zum Zeitpunkt der Infektion)
  • männliches Geschlecht
  • chronischer Alkoholkonsum
  • Ko-Infektion mit HIV
  • Ko-Infektion mit HBV
  • deutlich erhöhte Transaminasen (> 3 – 5 × oberer Normwert)
  • Vorliegen einer Steatose
  • chronische Hämodialyse

Die Prognoseabschätzung im Einzelfall bleibt jedoch problematisch, da die Fibroseprogression nicht linear verläuft. In vielen Fällen kann auch bei langjährig gering progredientem Verlauf ein rascher Übergang in ein Zirrhosestadium eintreten.

Extrahepatische Manifestationen

Die chronische Hepatitis kann auch zu Erkrankungen außerhalb der Leber führen. Zu diesen extrahepatischen Manifestationen der chronischen Hepatitis C gehören unter anderem:

  • essentielle gemischte Kryoglobulinämie
  • membranöse und membranoproliferative Glomerulonephritis
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Sjögren-Syndrom
  • Porphyria cutanea tarda
  • idiopathische Thrombozytopenie

40 – 76% der Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Infektion entwickeln im zeitlichen Verlauf mindestens eine extrahepatische Manifestation. Die Assoziation von HCV-Infektion und Entwicklung maligner lymphoproliferativer Erkrankungen (insbesondere follikuläre Non-Hodgkin-Lymphome [NHL] und Marginalzonen-Lymphome [MALT]) kann inzwischen als gesichert gelten. Die chronische HCV-Infektion erhöht das Risiko für die Entstehung eines NHL um das ca. 2fache.

Nachrichten

  • Leberschädigende Medikamente erkennen

    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • Gilead kauft Pharmasset

    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir bei HIV/HCV-Koinfektion

    25. Oktober 2011: Die Tripletherapie mit dem HCV-Proteasehemmer Boceprevir ist auch bei HIV/HCV-Koinfektion hochwirksam. Bei 70% der Patienten war HCV zu Woche 24 nicht mehr nachweisbar.weiter

  • Telaprevir und Raltegravir: Keine Interaktion

    21. September 2011: Die Kombination des HCV-Proteasehemmers mit dem Integrasehemmer Raltegravir hat keine klinisch relevanten Wechselwirkungen.weiter

  • Hohe SVR mit BMS-790052

    21. September 2011: In einer Phase-2-Studie erreichten bis zu 83% der Patienten nach einer Tripletherapie mit dem neuen NS5A-Inhibitor eine SVR.weiter

  • Telaprevir (Incivo®) zugelassen

    20. September 2011: Der HCV-Proteasehemmer wurde von der Europäischen Behörde für Arzneimittel (EMA) zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C Genotyp 1 in Kombination mit pegyliertem Interferon und Ribavirin zugelassen ...weiter

  • Telaprevir erhält Zulassungsempfehlung

    22. Juli 2011: Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat vom Ausschuss ein positives Votum für die Zulassung des HVC-Proteasehemmers Telaprevir erhalten.weiter

  • HCV-Proteasehemmer Boceprevir in Europa zugelassen

    18. Juli 2011: Die European Medicine Agency (EMA) hat den HCV-Proteasehemmer Boceprevir zur Behandlung der chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) vom Genotyp 1 zugelassen.weiter

  • Abbott plant neue Formulierungen

    18. Juli 2011: Das Unternehmen Abbott entwickelt eine neue Fixkombination von Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®) mit Lamivudin sowie eine Pulverform von Ritonavir (Norvir®).weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA zugelassen

    24. Mai 2011: Die beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir (VictrelisR) und Telaprevir (IncevekR) wurden zugelassen in Kombination mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA für die Zulassung empfohlen

    29. April 2011: Das Advisory Board für antivirale Medikamente der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat jeweils einstimmig die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir für therapienaive und vorbehandelte Patienten mit chronischer Hepatitis C empfohlen. Über die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer wird die FDA am 23. Mai entscheiden.weiter

Nachrichten-Archiv weiter