BNG LogoGastroenterologen wählen neuen Vorstand des Berufsverbandes
Kräfte bündeln, Zukunft sichern

Der bng hat sich in den letzten 8 Jahren eindeutig als „der“ Berufsverband der Gastroenterologen positioniert. Am 31.01.2009 hat eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit einen neuen Vorstand gewählt.

BNG Vorstand
(v. li. n. re.) Dr. med. Dietrich Hüppe, Herne (1. Vorsitzender);
Dr. med. Thomas Eisenbach, Leverkusen (2. Vorsitzender);
Prof. Dr. med. Birgit Kallinowski, Schwetzingen (Pressebeauftragte);
Dr. med. Franz-Josef Heil, Andernach (Schatzmeister)

Die Bedeutung des bng (Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen) begründet sich sowohl durch seine Mitgliederzahl wie auch durch seine inhaltliche und wissenschaftliche Reputation. Ein bng-eigenes QM-System konnte eingeführt werden. Zudem haben die Gastroenterologen in den letzten 5 Jahren auch wirtschaftliche Fortschritte gemacht. Die Vorsorgekoloskopie wurde in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen. Durch Implementierung der Koloskopie in den Katalog des „ambulanten Operierens“ konnte eine extrabudgetäre Honorierung erreicht werden. Der bisherige bng-Vorstand hat diesen Prozess aktiv begleitet und gefördert. Dafür gilt ihm unser Dank und Respekt.

Politik gegen niedergelassenen Facharzt

Die aktuelle Honorarreform nivelliert diese Honorarerfolge jedoch auf mittlerem Niveau. Sicher profitieren einige Praxen von der Honorarreform, andere erleiden jedoch erhebliche Honorarverluste. Diese Honorarreform ist direkte Folge der Gesundheitsreform. Der Gestaltungsspielraum der KBV und regionalen KVen ist sehr gering, gleichzeitig muss das KV-System diese Honorarreform umsetzen (und diskreditiert sich damit gegenüber ihren Mitgliedern selbst). Diese Situation wird von der Politik bewusst gefördert. Es ist ihr Ziel, das Monopol der KV zu brechen, die Ärzte zu parzellieren und zu Selektionsverträgen zu motivieren. Darüber hinaus ist es das erklärte Ziel der Gesundheitspolitik, die sog. „doppelte Facharztschiene“ und damit die niedergelassenen Fachärzte abzuschaffen. Dies stellt die Berufsverbände – hier den bng – vor große Aufgaben. Einerseits sollten wir nicht ohne Not das KV-System verlassen, zum anderen müssen aber kurz- und mittelfristig neue Wege wie „Selektive Verträge“ und Organisationsformen wie „Genossenschaften“ diskutiert und vorbereitet werden.

Loperamid nur noch für Selbstzahler?

Die zum 1. April in Kraft getretene Neufassung der Arzneimittel-Richtlinie beschreibt allgemeine Regeln einer notwendigen, ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Verordnungsweise sowie die konkrete Darstellung der Leistungseinschränkungen und -ausschlüsse unter Berücksichtigung der zahlreichen gesetzlichen Änderungen der vergangenen Jahre. Die generelle Streichung der Kostenerstattung für die Verordnung von Loperamid ist aus gastroenterologischer Sicht nicht hinnehmbar, da das Medikament für die symptomatische Behandlung schwerwiegender und chronischer Erkrankungen unverzichtbar ist. „Die Bestimmung ist praxisfern und medizinisch falsch. Loperamid aus der Verordnungsfähigkeit zu streichen, d.h. auf diese Therapie zu verzichten, bedeutet, die Patienten mit ihren Beschwerden nicht ernst zu nehmen und ihnen eine hochwirksame Hilfe zu verweigern“, betont Dr. Franz Josef Heil, Vorstand des bng. Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen fordert deshalb eine rasche Änderung der Arzneimittel-Richtlinie in diesem Punkt.

Solidarität ist gefragt

Dies setzt eine ganz andere Qualität des gemeinsamen Handelns der Mitglieder des bng voraus: Solidarität, Verbindlichkeit, Kampfkraft. Um dies zu erreichen, ist Kommunikation (Diskussion der Politikmodelle und Überzeugungsarbeit) vonnöten. An solch einem offenen Diskurs mangelt es im bng! Wir werden uns bemühen, denn dieser Mangel muss überwunden werden.

Erste Genossenschaftsverträge

Aktuell laufen wichtige Auseinandersetzungen zwischen Fachärzten und Krankenkassen. Während „im Norden und Osten“ viele Gastroenterologen einen „kleinen Zugewinn“ durch die neue Honorierung erreichen können, verlieren unsere Kollegen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen Honorar. Dies motiviert unsere Kollegen dort – in Zusammenschluss mit Haus- und Fachärzten – den Protest zu organisieren. Erste Erfolge konnten schon erreicht werden. In Baden-Württemberg ist es gelungen, einen Direktvertrag (Medi-bng) nach §140 SGB V über gastroenterologische Kernleistungen (Gastroskopie und Koloskopie) mit der AOK abzuschließen. Für eine Gastroskopie  werden ab sofort 115 € und für eine Koloskopie 220 € als Einzelleistung bezahlt. Auch in Hessen hat die dortige Genossenschaft erste Versorgungsverträge mit einer BKK abgeschlossen. Aus diesen Aktivitäten müssen wir bundesweit lernen. „Der bestmögliche Vertrag“ könnte Richtschnur für die Forderungen in der ganzen Republik werden. Es ist das Ziel des Vorstandes, diese Entwicklungen zu kommunizieren und sie aktiv, personell und auch finanziell zu unterstützen. Dabei können wir nur etwas erreichen, wenn viele Kolleginnen und Kollegen mitmachen.

Nachrichten

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • Gilead kauft Pharmasset

    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir bei HIV/HCV-Koinfektion

    25. Oktober 2011: Die Tripletherapie mit dem HCV-Proteasehemmer Boceprevir ist auch bei HIV/HCV-Koinfektion hochwirksam. Bei 70% der Patienten war HCV zu Woche 24 nicht mehr nachweisbar.weiter

  • Telaprevir und Raltegravir: Keine Interaktion

    21. September 2011: Die Kombination des HCV-Proteasehemmers mit dem Integrasehemmer Raltegravir hat keine klinisch relevanten Wechselwirkungen.weiter

  • Hohe SVR mit BMS-790052

    21. September 2011: In einer Phase-2-Studie erreichten bis zu 83% der Patienten nach einer Tripletherapie mit dem neuen NS5A-Inhibitor eine SVR.weiter

  • Telaprevir (Incivo®) zugelassen

    20. September 2011: Der HCV-Proteasehemmer wurde von der Europäischen Behörde für Arzneimittel (EMA) zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C Genotyp 1 in Kombination mit pegyliertem Interferon und Ribavirin zugelassen ...weiter

  • Telaprevir erhält Zulassungsempfehlung

    22. Juli 2011: Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat vom Ausschuss ein positives Votum für die Zulassung des HVC-Proteasehemmers Telaprevir erhalten.weiter

  • HCV-Proteasehemmer Boceprevir in Europa zugelassen

    18. Juli 2011: Die European Medicine Agency (EMA) hat den HCV-Proteasehemmer Boceprevir zur Behandlung der chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) vom Genotyp 1 zugelassen.weiter

  • Abbott plant neue Formulierungen

    18. Juli 2011: Das Unternehmen Abbott entwickelt eine neue Fixkombination von Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®) mit Lamivudin sowie eine Pulverform von Ritonavir (Norvir®).weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA zugelassen

    24. Mai 2011: Die beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir (VictrelisR) und Telaprevir (IncevekR) wurden zugelassen in Kombination mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA für die Zulassung empfohlen

    29. April 2011: Das Advisory Board für antivirale Medikamente der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat jeweils einstimmig die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir für therapienaive und vorbehandelte Patienten mit chronischer Hepatitis C empfohlen. Über die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer wird die FDA am 23. Mai entscheiden.weiter

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