Hepatitis B: Impfung

Die Impfung gegen Hepatitis B zählt zu den wirksamsten und nebenwirkungsärmsten Impfungen, die derzeit verfügbar sind. Die STIKO empfiehlt seit 1995 die Impfung bereits bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten. Jugendliche sollten, falls noch nicht erfolgt, bis zu ihrem 18. Lebensjahr geimpft werden. Eine serologische Testung des Impferfolges ist bei der Regelimpfung im Kindes- und Jugendalter nicht erforderlich. Nach Aussage der STIKO ist eine Auffrischungsimpfung nach 10 Jahren derzeit für Kinder und Jugendliche nicht empfohlen. Kinder und Jugendliche, die einer Risikogruppe angehören, erhalten eine Auffrischungsimpfung. Die Hepatitis-B Impfung ist eine Indikationsimpfung für folgende Risikogruppen:

  1. Patienten mit chronischer Nieren-(Dialyse)/Leberkrankheit/Krankheit mit Leberbeteiligung/häufiger Übertragung von Blut(bestandteilen z. B. Hämophile), vor ausgedehntem chirurgischem Eingriff (z. B. unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine), HIV-Positive
  2. Kontakt mit HBsAg-Träger in Familie/Wohngemeinschaft
  3. Sexualkontakt zu HBsAg-Trägern bzw. Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung
  4. Drogenabhängigkeit, längerer Gefängnisaufenthalt
  5. Kontakt mit HBsAg-Trägern in einer Gemeinschaft (Kindergärten, Kinderheime, Pflegestätten, Schulklassen, Spielgemeinschaften) gefährdete Personen
  6. Patienten in psychiatrischen Einrichtungen oder Bewohner vergleichbarer Fürsorgeeinrichtungen für Menschen mit Verhaltensstörung oder Zerebralschädigung sowie Personen in Behindertenwerkstätten
  7. Personal im Gesundheitsdienst (inkl. Labor, technischer Reinigungs-/Rettungsdienst) sowie Personal psychiatrischer/Fürsorgeeinrichtungen/Behindertenwerkstätten, Asylbewerberheime. Durch Kontakt mit infiziertem Blut oder infizierten Körperflüssigkeiten Gefährdete, Auszubildende und Studenten
  8. Möglicher Kontakt mit infiziertem Blut oder infizierten Körperflüssigkeiten (Gefährdungsbeurteilung durchführen), z. B. Müllentsorger, industrieller Umgang mit Blut(produkten), ehrenamtliche Ersthelfer, Polizisten, Sozialarbeiter, (Gefängnis-) Personal mit Kontakt zu Drogenabhängigen

Bei diesen Risikogruppen sollte eine Hepatitis-B-Impfung nach serologischer Vortestung (Anti-HBc-Test negativ) erfolgen. Eine Impferfolgskontrolle ist bei besonders gefährdeten Patienten erforderlich, insbesondere bei vermuteter schlechter Ansprechrate (z. B. Immundefizienz)

  • Anti-HBs-Test 4 – 8 Wochen nach 3. Dosis
  • Bei Anti-HBs-Werten < 100 IE/l sofort Wiederimpfung mit erneuter Kontrolle
  • Bei erneutem Nichtansprechen Wiederimpfungen mit in der Regel max. 3 Dosen
  • Bei erfolgreicher Impfung (Anti HBs ≥ 100 IE/l) Auffrischung nach 10 Jahren (1 Dosis)
  • Bei in der Kindheit Geimpften mit neu aufgetretenem HB-Risiko (z. B. Indikation 1 – 8) eine Dosis HB-Impfstoff mit anschließender serologischer Kontrolle (Anti-HBs- und Anti-HBc-Bestimmung) 4 – 8 Wochen nach Wiederimpfung.

Es gibt sowohl eine Einzelimpfung gegen Hepatitis B als auch eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis-A. Die kombinierte Impfung wird im Abstand am Tag 0, nach 4 Wochen und 6 Monate nach der 1. Impfung i.m. verabreicht.


Nachrichten

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    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

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    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

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    25. Oktober 2011: Die Tripletherapie mit dem HCV-Proteasehemmer Boceprevir ist auch bei HIV/HCV-Koinfektion hochwirksam. Bei 70% der Patienten war HCV zu Woche 24 nicht mehr nachweisbar.weiter

  • Telaprevir und Raltegravir: Keine Interaktion

    21. September 2011: Die Kombination des HCV-Proteasehemmers mit dem Integrasehemmer Raltegravir hat keine klinisch relevanten Wechselwirkungen.weiter

  • Hohe SVR mit BMS-790052

    21. September 2011: In einer Phase-2-Studie erreichten bis zu 83% der Patienten nach einer Tripletherapie mit dem neuen NS5A-Inhibitor eine SVR.weiter

  • Telaprevir (Incivo®) zugelassen

    20. September 2011: Der HCV-Proteasehemmer wurde von der Europäischen Behörde für Arzneimittel (EMA) zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C Genotyp 1 in Kombination mit pegyliertem Interferon und Ribavirin zugelassen ...weiter

  • Telaprevir erhält Zulassungsempfehlung

    22. Juli 2011: Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat vom Ausschuss ein positives Votum für die Zulassung des HVC-Proteasehemmers Telaprevir erhalten.weiter

  • HCV-Proteasehemmer Boceprevir in Europa zugelassen

    18. Juli 2011: Die European Medicine Agency (EMA) hat den HCV-Proteasehemmer Boceprevir zur Behandlung der chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) vom Genotyp 1 zugelassen.weiter

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    18. Juli 2011: Das Unternehmen Abbott entwickelt eine neue Fixkombination von Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®) mit Lamivudin sowie eine Pulverform von Ritonavir (Norvir®).weiter

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    Boceprevir und Telaprevir in den USA zugelassen

    24. Mai 2011: Die beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir (VictrelisR) und Telaprevir (IncevekR) wurden zugelassen in Kombination mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin.weiter

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    Boceprevir und Telaprevir in den USA für die Zulassung empfohlen

    29. April 2011: Das Advisory Board für antivirale Medikamente der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat jeweils einstimmig die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir für therapienaive und vorbehandelte Patienten mit chronischer Hepatitis C empfohlen. Über die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer wird die FDA am 23. Mai entscheiden.weiter

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