Ausgabe 1 Juni
  2010

Ausgabe 2 - Dezember 2010

Editorial

Auf dem Weg zum Hepatitis-Schwerpunktarzt

Kaum ein Thema bewegt die Hepatitis-Experten derzeit mehr wie die neuen Substanzen gegen Hepatitis C. Die beiden Substanzen Telaprevir und Boceprevir haben in den Phase-3-Studien nicht enttäuscht.weiter 

KONGRESS

The Livermeeting, 29. Oktober bis 2. November 2010, Boston
HCV – höhere Ausheilungsraten, aber komplexere Therapien

Die AASLD (American Association for the Study of Liver Diseases) feierte auf der 61. Jahrestagung ihren 60. Geburtstag und mehr als 7.500 Teilnehmer kamen nach Boston. Zentrales Thema war die Therapieindividualisierung bei Hepatitis C und die Phase-3-Studien der beiden Proteasehemmer Telaprevir und Boceprevir sowie erste mögliche Algorithmen zum Einsatz dieser Substanzen in der Praxis. Neben einer Flut von weiteren neuen HCV-Substanzen und neuen Therapiestrategien gegen HCV, gab es auch bei der Hepatitis B neue Daten zu Interferon, Entecavir und Tenofovir.  weiter 

Aktuell

Fragen an den Experten

Vitamin D bei Hepatitis C-Therapie » IL-28-Genotyp-Bestimmung bei chronischer Hepatitis C »  IL-28-Genotyp-Bestimmung bei chronischer Hepatitis C weiter

Chronische Hepatitis B
Leitlinien aktualisiert

Die Aktualisierung der Leitlinie zur Hepatitis B wurde im Juni verabschiedet. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Bereiche Therapieindikation und -anpassung sowie Schwangerschaft und Prophylaxe der Reaktivierung. weiter

Leitlinien zur akuten Hepatitis C bei HIV

In einem Konsensus-Meeting im Frühjahr dieses Jahres wurden die Studiendaten zur akuten Hepatitis bei HIV-Infizierten diskutiert und europäische Leitlinien zu Screening, Diagnostik und Therapie verabschiedet.weiter

Fortbildung

Alexander Zipprich, Matthias Dollinger, Halle:
Hepatitis C – die vernachlässigten Genoypen

Die Hepatitis C-Infektion wird in Deutschland fast ausschließlich durch die Genotypen 1 bis 3 verursacht. Weltweit verursachen die Genotypen 4 bis 6 jedoch 20 Prozent der Hepatitis-C-Infektionen. Es ist somit davon auszugehen, dass diese Genotypen durch Migration und Reisen in Deutschland an Bedeutung zunehmen werden. Die Therapie mit pegyliertem Interferon und Ribaverin zeigt unterschiedliche Ergebnisse, mit guten Erfolgsraten bei den Genotypen 5 und 6, aber schlechteren Ansprechraten beim Genotyp 4. weiter

Florian van Bömmel, Thomas Berg, Leipzig:
HBV-Genotypen – ein zusätzlicher Parameter für die Indikationsstellung zur Therapie

Die Genotypen von HBV sind definiert als Viruspopulationen mit mehr als 8% Unterschied im gesamten Genom. Zurzeit sind 8 HBV Genotypen bekannt, die von A-J bezeichnet werden. weiter

Alisan Kahraman, Christoph Jochum, Ali Canbay, Essen:
Bedeutung der Hepatitis B bei türkischen Migranten

Mehr als ein Drittel der türkisch-stämmigen Migranten in Deutschland hatten Kontakt mit dem Hepatitis B-Virus. Bei der Abklärung erhöhter Leberwerte sollte man deshalb bei Migranten aus der Türkei unbedingt an eine Hepatitis B- sowie Hepatitis D-Infektion denken. Bei der Therapie mit Nukleos(t)iden ist die Adhärenz von entscheidender Bedeutung. Eine detaillierte Aufklärung des Patienten, gegebenenfalls in türkisch, ist obligat. weiter

Annika Brodzinski, Florian van Bömmel, Leipzig:
Chronische Hepatitis B-Infektion bei Migranten

Von den ca. 700.000 Menschen, die jedes Jahr ihren Wohnsitz nach Deutschland verlegen, stammen ca. 80% aus Gebieten mit erhöhter Hepatitis-B-s-Antigen(HBsAg)-Prävalenz. 1, 2 Viele dieser Infektionen bleiben auch in Deutschland unentdeckt und somit unbehandelt. Ein effizienteres Screening und eine umfassendere Aufklärung könnten helfen, Spätfolgen einer chronischen HBV-Infektion zu verhindern. weiter

Wolfram H. Gerlich, Dieter Glebe, Giessen:
Hepatitis B-Impfung: altbewährt, doch nicht perfekt

Seit fast 30 Jahren ist der Hepatitis B Impfstoff erhältlich. Weltweit sind über 600 Millionen Menschen damit geimpft worden. In Ländern, wo die Impfung seit mehr als 15 Jahren an alle Kleinkinder und Jugendlichen verabreicht wird, ist die Zahl der Hepatitis B Neuerkrankungen stark zurückgegangen. Trotz des unbestreitbaren Erfolges dieser Impfung zeichnen sich jedoch zunehmend auch Lücken in der Schutzwirkung ab. Diese Probleme und Wege zu ihrer Lösung werden im folgenden Beitrag behandelt. weiter

MITTEILUNGEN

Deutsche Leberstiftung

Im Jahr 2011 fördert die Deutsche Leberstiftung erstmals den wissenschaftlichen Austausch zwischen Forschungseinrichtungen im Bereich der Hepatologie durch die Vergabe von Stipendien.weiter

Deutsche Leberhilfe e.V.

Therapieadhärenz bei chronischer Hepatitis B ist – wie bei allen chronischen Erkrankungen – für den Behandlungserfolg unverzichtbar. Viele Patienten nehmen ihre Medikamente jedoch unregelmäßig ein, so dass die jährlichen Drop-Out-Raten bei Hepatitis-B-Patienten schätzungsweise bis zu 10% betragen. weiter

Nachrichten

  • Leberschädigende Medikamente erkennen

    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • Gilead kauft Pharmasset

    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir bei HIV/HCV-Koinfektion

    25. Oktober 2011: Die Tripletherapie mit dem HCV-Proteasehemmer Boceprevir ist auch bei HIV/HCV-Koinfektion hochwirksam. Bei 70% der Patienten war HCV zu Woche 24 nicht mehr nachweisbar.weiter

  • Telaprevir und Raltegravir: Keine Interaktion

    21. September 2011: Die Kombination des HCV-Proteasehemmers mit dem Integrasehemmer Raltegravir hat keine klinisch relevanten Wechselwirkungen.weiter

  • Hohe SVR mit BMS-790052

    21. September 2011: In einer Phase-2-Studie erreichten bis zu 83% der Patienten nach einer Tripletherapie mit dem neuen NS5A-Inhibitor eine SVR.weiter

  • Telaprevir (Incivo®) zugelassen

    20. September 2011: Der HCV-Proteasehemmer wurde von der Europäischen Behörde für Arzneimittel (EMA) zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C Genotyp 1 in Kombination mit pegyliertem Interferon und Ribavirin zugelassen ...weiter

  • Telaprevir erhält Zulassungsempfehlung

    22. Juli 2011: Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat vom Ausschuss ein positives Votum für die Zulassung des HVC-Proteasehemmers Telaprevir erhalten.weiter

  • HCV-Proteasehemmer Boceprevir in Europa zugelassen

    18. Juli 2011: Die European Medicine Agency (EMA) hat den HCV-Proteasehemmer Boceprevir zur Behandlung der chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) vom Genotyp 1 zugelassen.weiter

  • Abbott plant neue Formulierungen

    18. Juli 2011: Das Unternehmen Abbott entwickelt eine neue Fixkombination von Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®) mit Lamivudin sowie eine Pulverform von Ritonavir (Norvir®).weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA zugelassen

    24. Mai 2011: Die beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir (VictrelisR) und Telaprevir (IncevekR) wurden zugelassen in Kombination mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin.weiter

  • Hepatitis C
    Boceprevir und Telaprevir in den USA für die Zulassung empfohlen

    29. April 2011: Das Advisory Board für antivirale Medikamente der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hat jeweils einstimmig die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir für therapienaive und vorbehandelte Patienten mit chronischer Hepatitis C empfohlen. Über die Zulassung der beiden HCV-Proteasehemmer wird die FDA am 23. Mai entscheiden.weiter

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