Neue Leitlinien zur Hepatitis C

12. Dezember 2016

An der neuen S3-Leitlinie waren viele Fachgesellschaften beteiligt.

Empfehlungen zur Ersttherapie

Bei GT1 werden alle zugelassenen Regime entsprechend der Zulassung mit gleichem Evidenzgrad empfohlen. Eine Verlängerung auf 24 Wochen wird nur „im Einzelfall“ empfohlen.

Bei GT2 wird Sofosbuvir/Velpatasvir als „Standardtherapie“ genannt und Sofosbuvir/Ribavirin bei Ersttherapie ohne Leberzirrhose als „kann“-Option.

Bei GT3 wird Sofosbuvir/Velpatasvir als „Standard“ und Sofosbuvir/Daclatasvir als „kann“-Option bezeichnet.

Bei GT4 sind 2D und Sofosbuvir/Velpatasvir die empfohlenen Regime.

Auszug Empfehlungen zur Ersttherapie

Reihenfolge entspricht nicht dem Grad der Empfehlung!
Das Wirtschaftlichkeitsgebot ist zu beachten!

GT1

Damit wird als Therapie für therapie-naive Patienten die Gabe von Sofosbuvir und Ledipasvir über 12 Wochen empfohlen (Ib). Bei Patienten mit kompensierter Leberzirrhose kann zusätzlich Ribavirin gegeben werden, insbesondere wenn weitere negative Prädiktoren, wie eine Thrombozytenzahl < 75.000/μl vorliegen (Ib). Eine Verlängerung auf 24 Wochen sollte nur im Ausnahmefall erfolgen (Ib). Bei der Ersttherapie von Patienten ohne Zirrhose mit bestätigter Ausgangsviruslast < 6 Millionen IU/ml sollte die Behandlung auf 8 Wochen verkürzt werden (Ib).

Damit wird zur Behandlung von therapie-naiven mit einer HCV-Genotyp-1-Infektion, unabhängig davon ob eine kompensierte Zirrhose vorliegt, die Gabe von Velpatasvir und Sofosbuvir über 12 Wochen empfohlen (Ib).

Damit wird als Ersttherapie für alle Patienten mit einer HCV-Genotyp-1b-Infektion eine 12-wöchige 3-fach DAA-Therapie ohne Ribavirin empfohlen (Ib). Für die Ersttherapie von Patienten mit einer HCV-Genotyp-1a-Infektion wird die 3-fach DAA-Therapie immer in Kombination mit Ribavirin über 12 Wochen empfohlen. Bei Patienten mit einer HCV-Genotyp-1a-Infektion, Leberzirrhose und einem ungünstigen Prädiktor (AFP ≥20ng/ml, Thrombozyten <90/nl oder einem Albumin <35g/l) sollte die Therapie auf 24 Wochen verlängert werden (Ib). Bei Patienten mit einer HCV Genotyp-1b-Infektion ohne Leberzirrhose sollte bei einer Erstbehandlung die Therapiedauer auf 8 Wochen verkürzt werden (Ib).

Damit wird für Patienten mit einer HCV-Genotyp-1b-Infektion eine Therapie mit Grazoprevir und Elbasvir über 12 Wochen empfohlen (Ib). Bei Patienten mit einer HCV-Genotyp-1a-Infektion ist die Standardtherapie ebenfalls Grazoprevir plus Elbasvir über 12 Wochen. Bei Patienten mit einer Baseline-Viruslast über 800.000 IU/ml und / oder präexistenten NS5A Resistenzen sollte jedoch zusätzlich Ribavirin gegeben und die Therapie auf 16 Wochen verlängert werden (Ib).

GT2

Damit stellt die Kombinationstherapie aus Velpatasvir und Sofosbuvir über 12 Wochen unabhängig vom Vortherapiestatus mit einer Interferon-basierten Therapie und dem Vorliegen einer Zirrhose die Standardtherapie für Patienten mit einer HCV-Genotyp-2- Infektion dar (Ib).

Damit kann eine Therapie mit Sofosbuvir und Ribavirin über 12 Wochen zur Ersttherapie von Patienten mit einer HCV-Genotyp-2-Infektion ohne Leberzirrhose durchgeführt werden.

GT3

Damit wird die Therapie aus Velpatasvir und Sofosbuvir über 12 Wochen als Standardtherapie für Patienten mit einer HCV-Genotyp-3- Infektion empfohlen (Ib). Bei präexistenten NS5A-Resistenzen, Vortherapie mit PEG-Interferon/Ribavirin oder Leberzirrhose kann zusätzlich Ribavirin gegeben werden (V).

Damit kann die Gabe von Daclatasvir und Sofosbuvir über 12 Wochen für Patienten ohne Leberzirrhose als eine Therapieoption empfohlen werden (Ib). Bei präexistenten NS5A-Resistenzen kann zusätzlich Ribavirin gegeben werden (V). Für Patienten mit Leberzirrhose wird die Therapie mit Daclatasvir, Sofosbuvir und Ribavirin über 24 Wochen aufgrund alternativer, besser evaluierter Therapieoptionen nicht mehr empfohlen.

Daher wird die Durchführung einer Kombinationstherapie mit dem NS5A-Inhibitor Ledipasvir bei Patienten mit einer HCV-Genotyp-3- Infektion nicht empfohlen.

GT4

Damit sollte bei Patienten mit einer HCV-Genotyp-4- Infektion die Therapie mit Paritaprevir/r, Ombitasvir und Ribavirin über 12 Wochen unabhängig vom Vortherapiestatus und dem Vorliegen einer Zirrhose durchgeführt werden (Ib).

Daher sollten Patienten mit einer HCV-Genotyp-4- Infektion unabhängig vom Vortherapiestatus und dem Vorliegen einer Leberzirrhose mit Velpatasvir und Sofosbuvir über 12 Wochen behandelt werden (Ib).

Daher kann bei Patienten mit einer HCV-Genotyp-4- Infektion eine Therapie mit Grazoprevir und Elbasvir über 12 Wochen durchgeführt werden. Bei Patienten mit einer Ausgangsviruslast >800.000 IU/ml HCV RNA kann Ribavirin zusätzlich gegeben und die Therapie auf 16 Wochen verlängert werden. Bei Vorliegen einer Leberzirrhose sollte zusätzlich Ribavirin gegeben und die Therapie auf 16 Wochen verlängert werden.

Aufgrund dieser Daten kann daher in Analogie zum HCV-Genotyp 1 eine Therapie mit Ledipasvir und Sofosbuvir über 12 Wochen durchgeführt werden (IIb). Bei Patienten mit Leberzirrhose kann aufgrund der geringen bisher untersuchten Fallzahl in den Zulassungsstudien ebenfalls in Analogie zur Situation bei HCV-Genotyp 1 zusätzlich Ribavirin gegeben werden (V).



Nachrichten

  • Entschädigung der Opfer des Blutskandals

    17. April 2017: Mahnung zum Welt-Hämophilie-Tagweiter

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    08. Februar 2017: Bei MSM unter PrEP scheinen Hepatitis C-Infektionen häufiger zu sein.weiter

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    30. Januar 2017: Die Europäische Arzneimittelagentur gewährt ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Glecaprevir/Pibrantasvir (G/P) zur Behandlung von HCV-Patienten aller Genotypen.weiter

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    16. Januar 2017: Das Medikament wird unter dem Namen Vemlidy® vertrieben.weiter

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    15. Januar 2017: Praxisnahe Empfehlungen der niedergelassenen Gastroenterologen.weiter

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    09. Januar 2017: Es wurde ein Zusatznutzen festgestellt bei GT 2 und 3 sowie GT2-6 bei dekompensierter Zirrhose.weiter

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