Neue Leitlinien zur Hepatitis C

29. September 2016

Die Europäische Lebergesellschaft (EASL) hat die Leitlinien zur Hepatitis C aktualisiert.

Hinsichtlich der Priorisierung der Therapie in den meisten Ländern, sind die Empfehlungen der EASL breiter und dringender geworden: Alle Patienten mit kompensierter oder dekompensierter chronischer Lebererkrankung sollen behandelt werden ebenso wie Patienten mit Fibrose (>F2), extrahepatischen Manifestationsn oder Rezidiv-Hepatitis nach Transplantion und Patienten mit einem erhöhten Transmissionsrisiko (IVDU, MSM, Dialysepatienten, Gefängnisinsassen, Frauen, die schwanger werden wollen).

Erstmals empfehlen die Leitlinien nur Interferon-freie Therapien bestehend aus mindestens 2 DAAs. Ribavirin spielt eine Rolle bei schwierig zu behandelnden Patienten, z.B. GT3, Vorbehandelte, Zirrhose oder hoher Viruslast. Welches der empfohlenen Regime eingesetzt wird, hängt – so die EASL – von lokalen Gegebenheiten ab. Eine Kontrolle der Viruslast unter Therapie wird nicht empfohlen.

Tabelle 6.

Empfehlung für therapienaive sowie ohne DAA vorbehandelte HCV-Monoinfizierte sowie HCV/HIV-Koinfizierte Patienten mit chronischer Hepatitis C OHNE Zirrhose


Tabelle 7.

Empfehlung für therapienaive sowie ohne DAA vorbehandelte HCV-Monoinfizierte sowie HCV/HIV-Koinfizierte Patienten mit chronischer Hepatitis C MIT kompensierter Zirrhose (Child Pugh A)


Tabelle 9 cont.


Tabelle 9.

Empfehlung HCV-Monoinfizierte sowie HCV/HIV-Koinfizierte Patienten mit chronischer Hepatitis C mit Therapieversagen unter mindestens einem DAA.


Spezielle Patientengruppen

HIV/HCV-Koinfizierte gleich behandeln wie HCV-Monoinfizierte – auf Medikamenten-Interaktionen achten.

HIV/HBV-Koinfizierte – auf Hepatitis B-Reaktivierung nach HCV-Elimination achten. Akute Hepatitis C – SOF/LDV, SOF/VEL oder SOF/DAC ohne Ribavirin für 8 Wochen, bei HIV-positiven Patienten mit hoher Viruslast 12 Wochen.

Chronische Nierenerkrankung und eGFR >30 ml/Min wie alle anderen Patienten behandeln. Bei eGFR <30 oder Dialyse und GT 1 oder 4 3D-Regime oder Elbasvir/Grazoprevir, bei allen anderen GT Sofosbuvir nur mit Vorsicht unter engmaschiger Kontrolle der Nierenfunktion.

Dekompensierte Zirrhose – keine HCV-Proteasehemmer. Patienten nicht auf der Transplantationsliste sollten dringlich behandelt werden. Patienten ohne HCC auf Transplantationsliste sollten bei MELD weniger als 18-20 vor Transplantation behandelt werden, bei höherem MELD erst nach Transplantation wenn erwartete Wartezeit weniger als 6 Monate. Empfohlene Regime SOF/LDV, SOF/VEL oder SOF/DAC mit Ribavirin wenn verträglich.

Rezidiv nach Lebertransplantation. Therapiebeginn sobald Patient nach Operation stabil. Empfohlen SOF/LDV oder SOF/DAC beides mit Ribavirin. SOF/VEL ggf.wenn Interaktionen mit Immunsuppressiva bekannt.


Nachrichten

Weitere Meldungen weiter

Diese Webseite bietet Informationen rund um das Thema Lebererkrankungen. Der Schwerpunkt liegt auf den viralen Hepatitiden Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D und Hepatitis E, Fettleber und Leberkrebs. Es werden Krankheitsbild, Diagnostik und Therapie behandelt. Insbesondere bei der Behandlung der Hepatitis B und Hepatitis C hat sich viel geändert. Hier finden eine Übersicht zu den verfügbaren Medikamenten gegen Hepatitis B und C, Studiendaten, Fachinformation und aktuelle Preise. Die aktuellen Informationen aus Medizin und Industrie richten sich an Betroffene und Ärzte.